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Nationalparks

Auf Madagaskar gibt es 47 Naturparks. Dabei wird unterschieden zwischen Nationalparks, integralen Schutzgebieten und Spezialreservate. Nationalparks dienen zum Schutz von Ökosystemen und ist gegen Entrichtung eines Eintrittspreises für Besucher geöffnet. Madagaskars Nationalparks werden von der ANGAP verwaltet. Die neun integralen Schutzgebiete des Landes haben eine Fläche von 1600 km². Hierbei handelt es sich um streng geschützte Biotope. Touristen haben hier keinen Zutritt, da die Biotope unberührt erhalten bleiben sollen. Spezialreservate dienen zum Schutz von bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Hiervon gibt es auf Madagaskar 23.

Andohahela NP

Dieser ca. 76.020 ha große Dornwald befindet sich in der Provinz Tuléar und liegt etwa 40 km nordöstlich von Fort Dauphin und ist vorwiegend bergig. Das Besondere an diesem Nationalpark ist, dass Andohahela die einzige Region Madagaskars ist, wo man die beiden sich am stärksten voneinander unterscheidenden Lebensräume direkt nebeneinander finden kann: der Regenwald im Osten (Fläche: ca. 63.000 ha) und der trockene Dornbusch im Westen. Dazwischen findet man eine Übergangsvegetation mit einer Fläche von etwa 500 ha. Diese Lebensräume werden hervorgerufen durch die Lage in den Anosy-Bergen. Diese bilden die Wetterscheide zwischen Ost und West. So ist es im östlichen Teil des Parks heiß und feucht und es herrscht eine jährliche Durchschnittstemperatur von 20-24°C mit einer jährlichen Niederschlagsmenge von etwa 1000 mm. Im Westen hingegen ist es eher heiß und trocken und es hat durchschnittlich 22-26°C. Die Regenmenge pro Jahr beträgt hier 600-800 mm.

Im Andohahela Nationalpark leben zahlreiche Lemurenarten. Z.B. folgende tagaktiven Arten: der Sifaka (Propithecus verreauxi verreauxi), der braune Lemur (Eulemur fulvus collaris collaris), der Graue Bambuslemur (Hapalemur griseus meridionalis) und der Ringelschwanzlemur (Lemur catta). Und folgende nachtaktive Lemuren: der rote Maumaki Microcebus rufus, der graue Mausmaki Microcebus murinus, die Wiesenlemuren Lepilemur mustelinus und Lepilemur leucopus, der große Fettschwanzmaki Cheirogaleus major, der östliche Wollmaki Avahi laniger und das Aye-Aye Daubentonia madagascariensis.

Die Vogelwelt hat hier 129 Arten zu bieten. Davon sind 65% im Feuchtwald endemisch und 35% im Trockenwald.

Auch die Pflanzenwelt ist sehr interessant, circa 90 % der hier vorkommenden Pflanzenarten sind gleichzeitig Heilpflanzen. Es kommen hier auch Tamarindbäume, Akazien, Pachypodien,Alaudia, Baobab-Bäumen Vanille, usw. vor.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Parks sind:

Tsimelahy: Dieses Gebiet befindet sich in der Übergangszone und besetzt ein natürliches Schwimmbecken. Man kann zahlreiche Reptilien (Echsen und Schlangen) sehen. Die berühmte Dreieckspalme (Neodypsis decaryi) ist hier ebenfalls zu finden. Sist eine schnell wachsende Fiederpalme mit grau-grünen Blättern. Sie erreicht eine Höhe von bis zu 6 m und kommt vor allem in dieser Übergangszone vor.

Malio: Dieser Teil des Parks befindet sich im Tiefland Regenwald und ist besonders interessant um den seltenen Lemur fulvus zu sehen.

Die Gebiete Ihazofotsy und Mangatsiaka befinden sich beide im Dornbuschbereich. Die Diedieracea procera ist die einzige Didieraceenart die hier vorkommt und sie liefert ein leichtes aber festes Holz für den Hausbau. Hier braucht man etwas mehr Glück um Lemuren oder andere Tiere zu sehen, aber es kommen hier auch Tenreks und viele der endemischen Arten des Südens Madagaskars vor, z.B. Couas und Vangas.

Auch die Umgebung von Adohahela hat einiges an Kultur zu bieten, z.B. die die Gräber der Antandroy, die traditionelle Herstellung von Messern und Säbeln und das Vorkommen von lokalen Gebräuchen und der Verkauf von Silberschmuck. Außerdem hat man die Möglichkeit das nahegelegene Besuchzentrum zu besuchen oder handwerkliche Produkte zu kaufen.

Die zwei wichtigsten Bevölkerungsgruppen im Gebiet des Nationalparks sind die Antanosy im Osten, die von Reisanbau und Viehzucht leben, und die Antandroy, die vorallem im Westen leben und Trockenkulturbauern sind. Sie bauen Mais, Süßkartoffeln und Maniok an und züchten Rinder.

Andringitra NP

Der Adringitra ist noch kaum erschlossen. Er liegt im südlichen Hochland in dem sogenannten Adringitra Massiv. Es besteht aus Granit und Gneis. In diesem Hochland liegt der Pic Boby, der höchste frei zugängliche Berg Madagaskars. Seine Landschaft wird von tropischen Regenwäldern und Boden Orchideen bestimmt. In diesem NP kann man 15 verschiedenen Lemurenarten, 106 Vogelarten und 11 Arten von Nagetieren bestaunen, da er die Heimat dieser Tiere ist.

Ankarana NP

Der Ankarana NP liegt auf der Insel Nosy Be. Er liegt auf einem Kalksteinmassiv, das ursprünglich ein Korallenriff war. Der Park wird von einem 120 km langen unterirdischem Höhlensystem durchzogen. Er beheimatete eine eizigartige Pflanzenwelt und 11 Lemurenarten, ca. 90 Vogelarten sowie Fledermäuse und Reptillien. In der Regenzeit ist er allerdings nut teilweise begehbar, da die vielen Schluchten das Wasser auffangen und Teile unter Wasser stehen. Es gibt kurze und lange Wanderungen. Eine kurze Wanderung von 2-3 Stunden führt zu der Grotte der Fledermäuse, bei dieser Wanderung besteht außerdem noch die Möglichkeit eine Tropfsteinhöhle zu besichtigen.

Bemaraha NP

Auf einer Größe von 72.340 ha kommen hier 11 Lemurenarten, 90 Vogelarten und 350 Pflanzenarten vor. Der Park gehört zum UNESCO-Naturerbe.

I'salo NP

Der I'salo NP liegt im Südwesten Madagaskars. Der beste Ausgangspunkt den NP zu erreichen ist der Ort Ranohira. Der NP bietet zahlreiche Möglichkeiten für Wanderungen die sich über mehrere Tage hinziehen können. Der NP umfasst das gesamte I'salo Massiv. Seine Landschaft ist gekennzeichnet von rotem Sandstein, bizzaren Felsformationen, engen canyonartigen Tälern und schnellen Wasserläufern mit kristalklarem Wasser. Ein sehr beliebter Wanderweg ist der Track zum Tal der Affen. Auf dem Weg dorthin hat man die Möglichkeit das gesamte Ausmaß der unberührten Natur Madagaskars zu bestaunen. Ein Erlebnis das man nicht so schnell vergisst.

Kirindy Mitea NP

Der sandige Trockenwald an der Südwestküste Madagaskars ist nur für Forscher zugänglich.

Mananara Nord NP

Der 140.000 ha große Regenwald liegt 80km nördlich von Tamatave an der Ostküste. Hier kommen Lemuren, Fische, Meeresschildkröten und sogar Wale vor.

Mantadia NP

Der ca. 15.000 ha große Nationalpark liegt etwa 150 km östlich von Antananarivo auf dem Weg nach Tamatave. Aufgrund seiner Bekanntheit durch die dort lebenden Indrilemuren ist der Park das meistbesuchte Schutzgebiet des Landes. Der Indri-Lemur ist Madagaskars größte Lemurenart und am besten morgens zu beobachten. Gegen Mittag zieht er sich immer weiter in die Baumkronen zurück, wodurch er nur noch schwer zu sehen ist. Außerdem leben hier 10 weitere Lemurenarten, z.B. der Aye-Aye, Mikrozensus Rufus oder der Diademsifaka.

Im Park sind verschiedene Wälder der mittleren Höhenlagen zu finden. So kommen sowohl bis zu 30m hohe Bäume, als auch epiphytische Orchideen und Heilpflanzen vor.

Durch die Lage im Osten der Insel herrscht hier ein relativ feuchtes Klima und es lassen sich ca 200 Regentage mit insgesamt 1700mm pro Jahr verzeichnen. Die Durchschnittstemperatur beträgt 18°C und die Luftfeuchtigkeit zwischen 73 und 97%. Dieses Klima ruft vier verschiedene Saisonzeiten hervor: Regenzeit von Mitte November bis März, hohe Luftfeuchtigkeit durch Nebel und leichten Nieselregen von April bis Mai, häufiger Nieselregen bis August und Trockenzeit von August bis Mitte November.

Das Gelände des Parks ist recht und eben und stark zergliedert. Bergrücken wechseln sich regelmäßig mit Tälern ab. Trotz der dichten Waldo ist diese Morphologie gut sichtbar. Die Bergrücken verlaufen in der Regel von Nord nach Süd.

Die gesamte Höhe des Nationalparks liegt zwischen 1100 m und 1052 m

Marojejy NP

Der 60.150 ha große Regenwald ist das regenreichste Gebiet der Insel, es eignet sich sehr gut für sportliche Wanderungen und für Vogelbeobachtungen.

Masoala NP

Teilgebiete der Halbinsel Masoala gehören dem National Park Masoala an. Zum Park gehören die fast unberührte Insel Nosy Mangaba und mehrere vorgelagerte Korallenriffe. Der NP schützt unter anderem den größten noch zusammenhängenden Regenwald Madagaskars. Zudem wird die Hälfte des Eintrittgeldes an Entwicklungsprojekte weiter gegeben, um die einmalige Natur in Madagaskar zu schützen.

Midongy du Sud NP

Dieser Park befindet sich an der Südostküste der Insel und ist ca. 193.000 ha groß. Hier gibt es Lemuren, Vögel und zahlreiche einheimische Pflanzen.

Montagne d’Ambre NP

Dieser Park ist ein Gesteinsmassiv vulkanischen Ursprungs mit mehreren Wasserfällen und Kraterseen. Mit einem sachkundigen Guide werden Sie sicherlich den Sandfordlemuren, den Kronenlemuren, Gabeldrongos und madagassische Fluchtvögel zu Gesicht bekommen.

Ranomafana NP

Einer der interessantesten Nationalparks. Hier wurde vor 20 Jahren ein bis dahin unbekannter Lemur entdeckt: der Goldene Bambuslemur. Der Park beherbergt weitere 26 Säugetierarten und fast 100 verschiedene Vögel, die mit einem guten Führer beobachtet werden können. Den winzigen Mausmaki und die Fossa kann man bei Nachtwanderungen sehen.

Tsimanampetsotsa NP

Der See, ein Salzsee mit max. 2 m Tiefe, ist erst seit kurzer Zeit Nationalpark und beheimatet Landschildkröten Flamengos und Enten.

Tsingy de Namoroka NP

Dieses Naturreservat ist ein Karstgebiet voller scharfkantiger Felsnadeln korallinen Ursprungs. Dazwischen wachsen Baobabs, Euphorbien und Pachypodien. Der Gebirgsstock von Namoroka ist von einer bis zu 30 m hohen Kalkmauer umgeben, der verschiedene Seen einschließt.

Zahamena NP

Das in mehrere Zonen aufgeteilte Schutzgebiet ist sehr abgelegen und selten besucht. Die Besichtigung ist daher schwierig. Im Westen erstreckt sich ein Plateau mit niedrigem, buschigen Wald, im Osten der typische Regenwald mit tiefen, kesselförmigen Tälern.

Zombitse Vohibasia NP

Das Trockengebit eignet sich sehr gut für Ornithologen. Es ist nicht sehr weit vom Isalo NP entfernt. Hier kommen viele Leumuren, Echsen;Vögel und Chamäleons vor.






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