Die Natur Madagaskars

Chamäleon
Madagaskars Natur ist einzigartig. Die Tierwelt ist artenreich und interessant. Eine Vielzahl der Tiere ist endemisch, d. h. sie kommen nur auf Madagaskar vor.
Dies liegt an der langen Isolierung der Insel. Vor etwa 165 Millionen Jahren trennt sich die Insel vom ursprünglichen Kontinent Gondwana. Seither hat Madagaskar eine ganz eigene Evolution. Der hohe Endemismus ist die logische Konsequenz dieser langen Isolierung. So sind über 60% der Vögel und fast 100% der Amphibien, Reptilien und Säugetiere endemisch.
Die bekanntesten der Säugetiere sind die Lemuren, die mit 32 Arten recht vielfältig sind. Einige Reservate und Nationalparks wurden gerade wegen der Lemurenpopulationen ins Leben gerufen.
Andere interessante Säugetiere sind die Schleichkatzen, die mit dem Fossa ihren bekanntesten Vertreter haben. Manche sind tagaktiv, manche nachtaktiv. Selten zu sehen sind sie aber alle.
Die wohl älteste Säugetiergruppe Madagaskars sind die Tanreks. Unter den knapp 30 Arten gibt es ganz unterschiedliche Arten. Manche erinnern stark an unsere Igel, während andere an Mäuse oder sogar an Otter erinnern. Die meisten sind auf Madagaskar endemisch.
Doch neben diesen Säugetieren faszinieren auch die Amphibien und Reptilien. In letzter Zeit wurden immer wieder neue Arten entdeckt, und man erwartet weitere Neuentdeckungen. Besonders reizvoll ist die Vielzahl an Chamäleon-Arten.
Interessanterweise fehlen allerdings landbewohnende Giftschlangen auf Madagaskar.
Die Vogelwelt Madagaskars weist etwa 250 Vogelarten auf. Das ist verhältnismäßig wenig für ein Land dieser Größenordnung, allerdings sind etwas 60% der Vogelarten endemisch. Der größte Vogel der Insel ist der Mähnenibis. Er bevorzugt sumpfige Landschaften und ist hauptsächlich im Westen und Osten anzutreffen.
Ebenso endemisch ist der Kurol, der zur Familie der Racken gehört.

Baobab-Allee bei Morondava
Die Pflanzenwelt Madagaskars ist eine der artenreichsten der Welt. Ein Großteil der über 10.000 Pflanzenarten - etwa 25% aller in Afrika vorkommenden Arten - in Madagaskar gilt als endemisch. Das ist wohl weltweit einmalig. Über 1.000 Orchideenarten, zahllose Palmen- und Bambusarten sowie die Sukkulenten, Baobabs und Didieraceen sind für Botaniker von besonderem Reiz.
Leider nimmt die Fläche der ursprünglichen Landschaften ab. Vor allem die intensive Rodung machte der Landschaft zu schaffen. Daher wurde 1990 das staatliche Naturschutzprogramm mit Unterstützung der Weltbank gestartet. Ziel des Programmes ist es, die geschützte Fläche in den nächsten Jahren auf 60.000 km2 zu erweitern. Der Besuch der Nationalparks ist gegen Entrichtung eines Eintrittspreises und nur mit einem offiziellen Führer gestattet.