Neuigkeiten zu Madagaskar
Zur aktuellen Lage in Madagaskar
Im Frühjahr 2009 kam es auf Madagaskar zu einem Putsch. Andry Rajoelina gelang es mithilfe des Militärs die Macht an sich zu reißen. Der Präsident Ravalomanana flüchtete ins Exil.
Während des Putsches kamen in der Hauptstadt einige Menschen um. Außerhalb der Hauptstadt blieb alles friedlich.
In der Folge gelang es Rajoelina nicht, seine Macht grundlegend zu festigen. Internationale Sanktionen verhinderten dies. Es kam immer wieder zu Protesten, aber diese verliefen friedlich.
Es wurden internationale Treffen vereinbart, um die Krise auf Madagaskar zu lösen.
Im Oktober 2009 schien dann ein Durchbruch erreicht worden zu sein. In Maputo trafen sich die 4 Gruppierungen, die im Moment in Madagaskar auf der politischen Bühne stehen. Es wurde vereinbart bis zur nächsten Wahl, die Ende 2010 stattfinden sollte eine Übergangsregierung zu bilden, die aus gleichen Teilen aus den 4 Gruppierungen gebildet werden sollte. Ein Premierminister für diese Übergangsregierung wurde ernannt. Die Lage schien gelöst, doch einer hielt sich nicht daran: Rajoelina. Plötzlich bezichtigte er die anderen Parteien einen Putsch vorzubereiten. Er ließ einige Personen festnehmen, ohne Grund außer dem, einer anderen Partei zuzugehören.
Im Dezember 2009 verkündete er unilateral, dass die nächsten Wahlen im März stattfinden sollen. Zwei Tage später ernannte er eine ihm wohlgesonnene Politikerin zur Ministerpräsidentin, entgegen den Absprachen von Maputo. Weitere zwei Tage später ernannte der Putschist einen Militär zum Ministerpräsidenten und ersetzte somit die Miniterpräsidentin. Die internationale Gemeinschaft verurteilte dies und strich alle Zuwendungen.
Über Weihnachten nun wurde ein Aussetzen der Krise beschlossen. Bisher verhielten sich auch alle Parteien ruhig. Dann hat Rajoelina aber wieder Leute verhaften lassen. Im Jahr 2010 ging dann erst einmal alles weiter wie bisher. Rajoelina spielte den starken Mann, ohne aber wirklich was machen zu können. Die von ihm angesetzten Wahlen wurden im März nicht durchgeführt, stattdessen will man diese Wahlen nun aktuell vorantreiben.
Am 13. März 2010 tobte der Zyklon Hubert über Madagaskar und forderte am Ende an die 80 Tote. Fokusbericht Zyklon Hubert
Am 18. März 2010 wurden Sanktionen von der afrikanischen Union ausgesprochen. Das persönliche Guthaben im Ausland des aktuellen Regimes wurde eingefroren, Ausreiseverbote wurden ausgesprochen. Kanada folgte dem Beispiel der Afrikanischen Union. Leider fehlen von der Europäischen Union klare Signale gegen das jetzige Regime. Vor allem die Franzosen tun sich schwer die madagassische Regierung zu verurteilen. Ihre Rolle beim Putsch ist auch noch nicht ganz geklärt.
Währenddessen beteiligt sich das Regime am Ausverkauf der Natur um an Gelder zu kommen. Schließlich musste das Regime aufgrund internationalen Drucks doch klein beigeben und den Schutz der Tropenhölzer zumindest auf dem Papier wieder festsetzen. Madagaskar schützt Tropenhölzer
Am 30. März 2010 wurde ein kritischer Sender von dem jetzigen Regime geschlossen. Vergessen hatte man wohl, dass man genau wegen des selben Grundes vor etwas über einem Jahr den Rücktritt des gewählten Präsidenten Ravalomanana forderte. Und wer musste die ganze Zeit leiden? Die Bevölkerung, denn wichtige finanzielle Hilfen aus dem Ausland bleiben aus und der Tourismus ist eingebrochen.
Es folgten Gespräche auf Gespräche, die nichts brachten, da Rajoelina immer wieder unilaterale Vorschläge machte. Es wurde den anderen Parteien nie ernsthaft die Hand gereicht.
Im Mai 2010 wurden die Wahlen für November angekündigt Madagaskar Neuwahlen im November. Darin verkündet Rajoelina überraschend, dass er bei den Neuwahlen nicht antreten wird.
Damit wollte Rajoelina öffentlich den Märtyrer für sein Land spielen.
Bei den Wahlen sollten aber die großen anderen Parteien nicht antreten dürfen.
Im August wurden die Wahlen wieder verschoben, dieses Mal auf März und Mai 2011.
Vor wenigen Tagen gab es dann wieder eine Konferenz, wo sich wieder viele einig sind, aber was tatsächlich geschehen wird ist ungewiss.
Vermutlich weiterhin nur Gespräche, aber keine wirkliche Einigung.
Das Land bleibt aber weitgehend ruhig und problemlos bereisbar. Erste Touristen sind zurück und haben von der Krise auf ihrer Reise nichts mitbekommen. Sie haben sehr dankbare Madagassen getroffen, die froh waren, dass trotz der Krise noch ein paar Devisen ins Land kommen. Und die Reisen verliefen reibungslos, ohne dass die Teilnehmer etwas von der Krise mitbekommen hatten.
Wir wünschen den Madagassen, dass viele Gäste ihr Land besuchen kommen, denn anders als die staatlichen Hilfen kommen die Gelder der Touristen bei der Bevölkerung an. Und die hat es dringend nötig.