Madagaskar: Hoffnung für die Waldgeister
In den letzten Wäldern Madagaskars leben einzigartige Erben unserer Erdgeschichte: Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es - neben Australien - so viele einzigartige Lebewesen. Unter Wissenschaftlern gilt die Insel südöstlich Afrikas als achter Kontinent. Hier feiert die Natur Rekorde.

Seit 2008 ist Urlaub & Natur offizieller Partner des WWF Deutschland für Reisen zu den WWF-Projekten in Madagaskar. Mit diesem starken Partner an unserer Seite ist es uns ein gemeinsames Ziel, auch in Madagaskar einen naturverträglichen Tourismus zu schaffen und diesen zu erhalten. Auf der Reise Dornbuschsavanne und Lemuren bekommen die Teilnehmer einen direkten Einblick in die Projektarbeit vor Ort. Mit Buchung unterstützen Sie auch automatisch die Arbeit des WWF in Madagaskar. Rundum eine gute Sache!
Entdecken hier Sie mehr: "Dornbuschsavanne & Lemuren" Reise zu WWF-Projekten
Seit der Abspaltung vom afrikanischen Festland vor etwa 150 Millionen Jahren konnten sich in Madagaskar auf 587.000 Quadratkilometern (das entspricht mehr als der anderthalbfachen Fläche Deutschlands) viele altertümliche Tier- und Pflanzenformen ungestört erhalten und zu Arten entwickeln, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen. Von den etwa 12.000 Arten von Blütenpflanzen und den 109 Säugetierarten sind jeweils 80 Prozent, von den 250 Vogelarten rund die Hälfte, von den 260 Reptilienarten 95 Prozent und von den 150 Froscharten alle endemisch.
Doch die Tage vieler dieser Tiere und Pflanzen sind gezählt, denn ihre Lebensräume schrumpfen in einem rasanten Tempo und werden bald ganz verschwunden sein, wenn der Zerstörung nicht Einhalt geboten wird. Von den ursprünglichen tropischen Wäldern der Insel sind heute nur noch zehn Prozent übrig. Denn die Inselbevölkerung ist so arm, dass sie ihren Wald rodet, um neues Ackerland und Feuerholz zu gewinnen. Madagaskar steht damit im Brennpunkt des weltweiten Naturschutzes.
Der WWF ist bereits seit seiner Gründung im Jahr 1963 auf Madagaskar aktiv, denn hier entscheidet sich beispielhaft das Schicksal der Artenvielfalt der Erde -- und zwar nicht erst in ferner Zukunft, sondern bereits heute. Noch haben wir es in der Hand, die Weichen richtig zu stellen und die einzigartigen Lebensräume Madagaskars zu retten, wenn alle Partner an einem Strang ziehen.
Schutzgebiete verdreifacht
Als Geschenk an die Erde würdigte der WWF die Ankündigung des madagassischen Präsidenten Marc Ravalomanana, die Schutzgebiete des Landes um fünf Millionen Hektar auf nunmehr die dreifache Fläche zu vergrößern. So werden in Zukunft zwei Drittel der verbliebenen Waldflächen unter Schutz stehen. Damit werden sich die Überlebenschancen der bedrohten Lemuren, den Halbaffen, von den Einheimischen ehrfürchtig Waldgeister genannt, verbessern.
Umweltbücher für Kinder
Doch wen kümmern schon schwindende Wälder und Arten, wenn er nicht weiß, ob er morgen noch genug zu essen hat?
Gemeinsam mit dem Kultusministerium und der finanziellen Unterstützung der KfW-Entwicklungsbank entwickelte der WWF das regelmäßig erscheinende Umweltmagazin Ny Voary (Natur). Mittlerweile steht es fast jedem der drei Millionen Schulkinder Madagaskars zur Verfügung. Den Gemeinden werden außerdem die Nutzungsrechte an Wäldern übereignet. Im Gegenzug verpflichten sie sich, das Land nachhaltig zu bewirtschaften und vor Rodung zu schützen. Sehr erfolgreich läuft in einigen Gebieten die Einführung von Brennstoff sparenden Öfen, um die kostbare Ressource Holz zu schonen.
Quelle: WWF Deutschland